Mein Pferd hat ein Hautproblem
Haut & Fell, Allergien, Darm, Stoffwechsel, Pflege, Sommerekzem
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Passende Kategorien
Haut & Fell
Juckreiz, Scheuern, kahle Stellen, schuppige oder entzündete Haut — Hautthemen sind selten nur Haut.
Immunsystem & Allergien
Allergische Reaktionen, wiederkehrende Infekte, ständige Empfindlichkeit — das Immunsystem ist eng vernetzt.
Verdauung & Darm
Kotwasser, Durchfall, wiederkehrende Koliken, empfindliche Verdauung — der Darm ist ein zentrales System.
Stoffwechsel & Hormonsystem
Übergewicht, Hufrehe-Neigung, Cushing, belasteter Stoffwechsel — endokrine Themen wirken auf den ganzen Organismus.
Erkrankungen mit Detailseite
Anaphylaktische Reaktion (allergischer Schock)
NotfallDie Anaphylaxie ist eine akute, generalisierte allergische Überreaktion des Immunsystems (meist IgE-vermittelt) mit massiver Histaminausschüttung. Sie kann innerhalb von Minuten Kreislauf und Atmung bedrohen und ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Typische Auslöser sind Injektionen (Medikamente, Impfstoffe, Seren), Insektenstiche oder seltener Futterbestandteile.
CPL (Chronisch progressive Lymphödematose)
mittelChronisch fortschreitende Störung des Lymphabflusses in den Unterschenkeln behangreicher Rassen (u. a. Shire, Clydesdale, Belgisches Kaltblut, Tinker). Es kommt zu zunehmender Schwellung, Hautfalten und Knotenbildung unter dem dichten Behang; eine erbliche Veranlagung für eine gestörte Elastin-/Bindegewebsregulation wird angenommen. CPL ist nicht heilbar, lässt sich aber durch konsequentes Management verlangsamen.
Durchfall (Diarrhoe)
mittelDurchfall ist ein Symptom, kein eigenständiges Krankheitsbild, und reicht von harmlos-vorübergehend bis lebensbedrohlich. Akuter, wässriger Durchfall mit Fieber oder Apathie kann auf eine ernste Infektion hindeuten und zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
Dysbiose / gestörtes Mikrobiom
niedrigDysbiose beschreibt ein aus dem Gleichgewicht geratenes Darmmikrobiom, etwa nach stärkereicher Fütterung, Antibiotika oder abrupten Rationswechseln. Ein stabiles Mikrobiom gilt als wichtig für Faserverdauung, Nährstoffversorgung und Immunlage; die Forschung dazu ist noch jung.
Fellwechselstörungen
niedrigDer Fellwechsel ist eine stoffwechselintensive Phase; ein zäher, verzögerter oder unvollständiger Wechsel kann auf erhöhten Nährstoffbedarf, Stoffwechselbelastung oder eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen. Bei älteren Pferden ist ein verzögerter Fellwechsel ein klassisches Warnzeichen für PPID (Cushing).
Futtermittelallergie / Futtermittelunverträglichkeit
niedrigBei einer echten Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen Futterbestandteil, meist mit Haut- oder Verdauungssymptomen. Sie ist beim Pferd jedoch selten und wird häufig überdiagnostiziert — viele vermeintliche Allergien sind nicht-immunologische Unverträglichkeiten oder haben andere Ursachen. Der Nachweis ist anspruchsvoll und gelingt am ehesten über eine kontrollierte Eliminationsdiät.
Hautpilz (Dermatophytose, Ringworm)
mittelAnsteckende Pilzinfektion der oberen Hautschichten (meist Trichophyton/Microsporum) mit kreisrunden, schuppigen, haarlosen Stellen. Sie ist hochansteckend zwischen Pferden und auf den Menschen übertragbar (Zoonose).
HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia, PPIB)
mittelErbliche Bindegewebsstörung der Haut (Kollagen-Defekt durch eine Mutation im PPIB-Gen), bei der die Hautschichten unzureichend verankert sind. HERDA wird autosomal-rezessiv vererbt und tritt vor allem in bestimmten Cutting-/Performance-Linien des Quarter Horse auf; nur homozygote Tiere sind betroffen, Anlageträger sind klinisch unauffällig.
Hufrehe & Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
hochInsulindysregulation mit Adipositas-Neigung und hohem Risiko endokrinopathischer Hufrehe (Laminitis). Häufig bei leichtfuttrigen Rassen/Ponys.
Hyperlipämie / Fettleber (Hyperlipemia)
NotfallBei der Hyperlipämie überschwemmen mobilisierte Fettsäuren das Blut und lagern sich als Fett in der Leber ein — ausgelöst durch eine negative Energiebilanz (Futterverweigerung, Stress, Trächtigkeit/Laktation). Besonders Ponys, Esel und Miniaturpferde sind betroffen; der Verlauf kann lebensbedrohlich sein.
Insulindysregulation / Insulinresistenz (ID/IR)
mittelInsulindysregulation ist ein gestörter Zucker-/Insulinstoffwechsel mit überschießender oder anhaltender Insulinantwort, oft als Kern des EMS. Sie gilt als zentraler Risikofaktor für endokrinopathische Hufrehe und wird über Blutdiagnostik objektiviert.
Kolik-Risiko (Prävention)
niedrigKolik ist ein Notfall mit vielen Ursachen — ein erheblicher Teil der Risikofaktoren liegt im Fütterungs- und Haltungsmanagement und ist steuerbar.
Kotwasser (Free Fecal Water Syndrome / FFWS)
niedrigBeim Kotwasser wird zusätzlich zum geformten Kot freie, oft braune Flüssigkeit abgesetzt, die Schweif und Hinterhand verschmutzt. Die Ursachen gelten als multifaktoriell und sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt; das Allgemeinbefinden ist meist ungestört.
Kryptopyrrolurie (KPU) — Diskussionsthema
niedrigKPU ist ein in der Praxis viel diskutierter Begriff für eine vermutete Stoffwechsel-/Entgiftungsstörung, wird in der etablierten Veterinärmedizin jedoch NICHT als eigenständige, wissenschaftlich gesicherte Erkrankung anerkannt. Belastbare Studien fehlen; die zugeschriebenen Symptome sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben.
Lymphangitis (Einschuss, Phlegmone)
hochDie Lymphangitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Lymphgefäße und des umliegenden Gewebes, meist an einem Hinterbein, mit ausgeprägter Schwellung. Auslöser sind häufig bakterielle Infektionen über kleine Hautverletzungen (z. B. bei Mauke), seltener auch nicht-infektiöse/immunvermittelte Prozesse. Sie verläuft akut, sehr schmerzhaft und neigt zu Rückfällen.
Magengeschwüre (EGUS)
mittelSchädigung der Magenschleimhaut durch Säurebelastung, Fresspausen, Stress und stärkereiche Rationen. Sehr verbreitet bei Sportpferden.
Mauke (Dermatitis im Fesselbereich / Pastern Dermatitis)
niedrigSammelbegriff für eine entzündliche Hautreaktion in der Fesselbeuge mit nässenden, krustigen oder schrundigen Stellen. Mauke ist meist multifaktoriell (Nässe, Schmutz, Reibung) und kann sich bakteriell oder durch Milben verkomplizieren.
Milbenbefall / Räude (Equine Mange, Chorioptes/Sarcoptes)
mittelHauterkrankung durch parasitäre Milben (häufig Chorioptes an Fessel/Unterschenkel, seltener Sarcoptes/Psoroptes) mit starkem Juckreiz, Schuppen und Krusten. Räude ist ansteckend und wird oft über Kontakt oder gemeinsames Equipment übertragen.
Mineralstoff-Imbalancen
niedrigNicht nur Mangel, sondern auch ein Ungleichgewicht der Mengen- und Spurenelemente (z. B. das Verhältnis von Kupfer zu Zink oder Calcium zu Phosphor) kann Haut, Horn, Muskulatur und Stoffwechsel beeinflussen. Da Heu regional stark schwankt, lassen sich Imbalancen am besten über Rations- und Blutanalyse einschätzen.
Nesselsucht (Urtikaria, Quaddeln)
mittelAkute, oft allergisch oder pseudoallergisch bedingte Hautreaktion mit plötzlich auftretenden, erhabenen Quaddeln. Sie kann harmlos und flüchtig sein, aber auch wiederkehren — und ist bei begleitender Schwellung oder Atemnot ein Warnzeichen.
Pemphigus foliaceus (autoimmune Hauterkrankung)
mittelPemphigus foliaceus ist die häufigste autoimmune Hauterkrankung des Pferdes. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Verbindungsproteine der eigenen Oberhautzellen, wodurch sich Hautschichten lösen und Pusteln, Krusten und Schuppen entstehen. Die Veränderungen beginnen oft an Kopf, Beinen oder Unterbauch und können sich ausbreiten.
Photosensibilisierung (Lichtdermatitis)
mittelBei der Photosensibilisierung reagiert die Haut überschießend auf Sonnenlicht, weil lichtaktive Stoffe (Photosensibilisatoren) in der Haut UV-Energie freisetzen und Gewebe schädigen. Betroffen sind vor allem unpigmentierte, weiße Hautareale. Man unterscheidet eine primäre Form (Photosensibilisatoren direkt aus Pflanzen) von einer sekundären, leberassoziierten Form, bei der eine geschädigte Leber ein Abbauprodukt des Chlorophylls (Phylloerythrin) nicht mehr ausreichend ausscheidet.
PPID (Equines Cushing-Syndrom)
mittelFunktionsstörung der Hypophyse (Pars intermedia) mit Hormondysregulation, v. a. bei älteren Pferden. Erhöht u. a. das Hufrehe-Risiko.
Purpura haemorrhagica (immunvermittelte Vaskulitis)
hochDie Purpura haemorrhagica ist eine immunvermittelte, nekrotisierende Entzündung kleiner Blutgefäße (Typ-III-Hypersensitivität). Sie tritt klassisch etwa zwei bis vier Wochen nach einer Druse-Infektion (Streptococcus equi) oder seltener nach Impfung/anderen Infekten auf, wenn das Immunsystem mit kreuzreagierenden Komplexen die Gefäßwände schädigt. Typisch sind ausgedehnte Ödeme und punktförmige Blutungen der Schleimhäute.
Regenekzem (Dermatophilose, Rain Rot)
niedrigBakterielle Hautinfektion durch Dermatophilus congolensis, die bei anhaltender Nässe und Feuchtigkeit aufflammt. Typisch sind krustige, pinselartig verklebte Haarbüschel entlang der Oberlinie; nach Abnahme der Krusten zeigen sich kahle Stellen.
Sandkolik (Sandanschoppung / Sand Enteropathy)
NotfallBei der Sandkolik sammelt sich aufgenommener Sand im Dickdarm an und kann zu Reizung, Durchfall, Verstopfung oder einer schmerzhaften Kolik führen. Eine akute Kolik ist immer ein tierärztlicher NOTFALL — Sandanschoppungen können lebensbedrohlich werden.
Sarkoide (Equine Sarcoids)
mittelSarkoide sind die häufigsten Hauttumoren des Pferdes — lokal aggressive, fibroblastische Hautwucherungen, die mit dem bovinen Papillomavirus (BPV-1/-2) assoziiert sind. Sie metastasieren nicht, neigen aber zu Rückfällen und können nach Reizung aggressiver werden.
Schlundverstopfung (Choke / Ösophagusobstruktion)
NotfallBei der Schlundverstopfung verlegt ein Futterballen oder Fremdkörper die Speiseröhre, sodass Futter und Speichel nicht abgeschluckt werden können. Anders als beim Menschen ist die Atmung dabei meist frei — dennoch ist Choke ein akuter tierärztlicher NOTFALL.
SCID (Schwerer kombinierter Immundefekt, DNA-PKcs/PRKDC)
NotfallErblicher, schwerer Defekt der Immunabwehr beim Araber-Fohlen: Durch eine Mutation im DNA-PKcs-Gen (PRKDC) werden funktionsfähige B- und T-Lymphozyten nicht gebildet. SCID wird autosomal-rezessiv vererbt; betroffene Fohlen sind nach dem Verbrauch der mütterlichen Antikörper aus der Biestmilch praktisch schutzlos gegen Infektionen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, betroffene Fohlen versterben in der Regel in den ersten Lebensmonaten.
Sommerekzem
niedrigAllergische Hautreaktion (Überempfindlichkeit gegen Speichel von Kriebelmücken/Gnitzen) mit starkem Juckreiz, v. a. an Mähnenkamm und Schweifrübe.
Übergewicht / Adipositas
niedrigÜbergewicht ist bei Freizeitpferden weit verbreitet und kein kosmetisches Thema: überschüssiges Körperfett ist stoffwechselaktiv und erhöht das Risiko für Insulindysregulation und Hufrehe. Der Body Condition Score (BCS) hilft, die Verfassung objektiv einzuschätzen.
Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS, PLOD1)
hochErbliche Bindegewebsstörung des Warmbluts durch eine Mutation im PLOD1-Gen (gestörte Kollagen-Vernetzung), autosomal-rezessiv vererbt. Betroffene homozygote Föten werden meist abortiert oder kommen mit extrem verletzlicher, einreißender Haut und überstreckbaren Gelenken zur Welt; die Form gilt als überwiegend letal. Anlageträger sind klinisch unauffällig und bei Warmblütern relativ häufig.
Wurmbefall / Darmparasiten (Endoparasiten)
mittelPferde tragen praktisch immer einen gewissen Wurmbesatz; problematisch wird erst ein hoher oder schädigender Befall (u. a. kleine Strongyliden, Spulwürmer, Bandwürmer). Hoher Befall kann Verdauungsstörungen, Abmagerung und ein erhöhtes Kolikrisiko verursachen — zunehmende Wurmmittel-Resistenzen machen ein gesteuertes Vorgehen wichtig.
Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.

