Krankheiten
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Immunsystem & Allergien

Allergische Reaktionen, wiederkehrende Infekte, ständige Empfindlichkeit — das Immunsystem ist eng vernetzt.

Wann zum Tierarzt

Schwere allergische Reaktionen, anhaltende Infekte oder Verdacht auf Autoimmunerkrankungen tierärztlich abklären.

Erkrankungen mit Detailseite

Anaphylaktische Reaktion (allergischer Schock)

Notfall

Die Anaphylaxie ist eine akute, generalisierte allergische Überreaktion des Immunsystems (meist IgE-vermittelt) mit massiver Histaminausschüttung. Sie kann innerhalb von Minuten Kreislauf und Atmung bedrohen und ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Typische Auslöser sind Injektionen (Medikamente, Impfstoffe, Seren), Insektenstiche oder seltener Futterbestandteile.

Lymphangitis (Einschuss, Phlegmone)

hoch

Die Lymphangitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Lymphgefäße und des umliegenden Gewebes, meist an einem Hinterbein, mit ausgeprägter Schwellung. Auslöser sind häufig bakterielle Infektionen über kleine Hautverletzungen (z. B. bei Mauke), seltener auch nicht-infektiöse/immunvermittelte Prozesse. Sie verläuft akut, sehr schmerzhaft und neigt zu Rückfällen.

Purpura haemorrhagica (immunvermittelte Vaskulitis)

hoch

Die Purpura haemorrhagica ist eine immunvermittelte, nekrotisierende Entzündung kleiner Blutgefäße (Typ-III-Hypersensitivität). Sie tritt klassisch etwa zwei bis vier Wochen nach einer Druse-Infektion (Streptococcus equi) oder seltener nach Impfung/anderen Infekten auf, wenn das Immunsystem mit kreuzreagierenden Komplexen die Gefäßwände schädigt. Typisch sind ausgedehnte Ödeme und punktförmige Blutungen der Schleimhäute.

Futtermittelallergie / Futtermittelunverträglichkeit

niedrig

Bei einer echten Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen Futterbestandteil, meist mit Haut- oder Verdauungssymptomen. Sie ist beim Pferd jedoch selten und wird häufig überdiagnostiziert — viele vermeintliche Allergien sind nicht-immunologische Unverträglichkeiten oder haben andere Ursachen. Der Nachweis ist anspruchsvoll und gelingt am ehesten über eine kontrollierte Eliminationsdiät.

Photosensibilisierung (Lichtdermatitis)

mittel

Bei der Photosensibilisierung reagiert die Haut überschießend auf Sonnenlicht, weil lichtaktive Stoffe (Photosensibilisatoren) in der Haut UV-Energie freisetzen und Gewebe schädigen. Betroffen sind vor allem unpigmentierte, weiße Hautareale. Man unterscheidet eine primäre Form (Photosensibilisatoren direkt aus Pflanzen) von einer sekundären, leberassoziierten Form, bei der eine geschädigte Leber ein Abbauprodukt des Chlorophylls (Phylloerythrin) nicht mehr ausreichend ausscheidet.

Pemphigus foliaceus (autoimmune Hauterkrankung)

mittel

Pemphigus foliaceus ist die häufigste autoimmune Hauterkrankung des Pferdes. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Verbindungsproteine der eigenen Oberhautzellen, wodurch sich Hautschichten lösen und Pusteln, Krusten und Schuppen entstehen. Die Veränderungen beginnen oft an Kopf, Beinen oder Unterbauch und können sich ausbreiten.

SCID (Schwerer kombinierter Immundefekt, DNA-PKcs/PRKDC)

Notfall

Erblicher, schwerer Defekt der Immunabwehr beim Araber-Fohlen: Durch eine Mutation im DNA-PKcs-Gen (PRKDC) werden funktionsfähige B- und T-Lymphozyten nicht gebildet. SCID wird autosomal-rezessiv vererbt; betroffene Fohlen sind nach dem Verbrauch der mütterlichen Antikörper aus der Biestmilch praktisch schutzlos gegen Infektionen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, betroffene Fohlen versterben in der Regel in den ersten Lebensmonaten.

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Equiterna-Logik

Das Immunsystem wird verknüpft mit Darm, Mikrobiom, Haut, Atemwegen, Allergenen, Entzündung, Zink, Selen, Omega-Fettsäuren, Polyphenolen und Stress.

Hinweis zur Verwendung

Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.