Mein Pferd hat Stoffwechselprobleme
EMS, PPID, Hufrehe, Leber, Niere, Übergewicht, Fellwechsel
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
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Erkrankungen mit Detailseite
Blasenentzündung (Zystitis, untere Harnwege)
mittelEntzündung der Harnblasenschleimhaut, beim Pferd meist sekundär — etwa als Folge von Harnsteinen, einer Harnabsatzstörung, Lähmung der Blase oder nach Geburt/Katheterisierung. Eine primäre, allein bakterielle Blasenentzündung ist beim Pferd vergleichsweise selten.
Cholangiohepatitis / Gallengangsentzündung (ggf. mit Gallensteinen)
hochEntzündung der Gallengänge und des angrenzenden Lebergewebes, häufig durch eine aufsteigende bakterielle Infektion aus dem Darm. Mitunter sind Gallensteine (Cholelithiasis) beteiligt, die den Gallenfluss behindern und Schübe auslösen können.
Fellwechselstörungen
niedrigDer Fellwechsel ist eine stoffwechselintensive Phase; ein zäher, verzögerter oder unvollständiger Wechsel kann auf erhöhten Nährstoffbedarf, Stoffwechselbelastung oder eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen. Bei älteren Pferden ist ein verzögerter Fellwechsel ein klassisches Warnzeichen für PPID (Cushing).
Harnsteine / Urolithiasis (Blasen- und Nierensteine)
hochBildung von Konkrementen in den Harnwegen, beim Pferd am häufigsten Blasensteine aus Calciumcarbonat. Begünstigt wird das durch den von Natur aus alkalischen, mineralreichen Pferdeharn; Wallache und ältere Pferde sind überrepräsentiert. Eine Verlegung des Harnabflusses kann notfallnah werden.
Hepatische Enzephalopathie / Hyperammonämie
NotfallNeurologische Funktionsstörung infolge eines Leberversagens: Die geschädigte Leber kann Ammoniak und andere Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend entgiften, die ins Gehirn gelangen. Es handelt sich um eine akute Krise auf dem Boden einer schweren Lebererkrankung.
Hufrehe & Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
hochInsulindysregulation mit Adipositas-Neigung und hohem Risiko endokrinopathischer Hufrehe (Laminitis). Häufig bei leichtfuttrigen Rassen/Ponys.
Hyperlipämie / Fettleber (Hyperlipemia)
NotfallBei der Hyperlipämie überschwemmen mobilisierte Fettsäuren das Blut und lagern sich als Fett in der Leber ein — ausgelöst durch eine negative Energiebilanz (Futterverweigerung, Stress, Trächtigkeit/Laktation). Besonders Ponys, Esel und Miniaturpferde sind betroffen; der Verlauf kann lebensbedrohlich sein.
Insulindysregulation / Insulinresistenz (ID/IR)
mittelInsulindysregulation ist ein gestörter Zucker-/Insulinstoffwechsel mit überschießender oder anhaltender Insulinantwort, oft als Kern des EMS. Sie gilt als zentraler Risikofaktor für endokrinopathische Hufrehe und wird über Blutdiagnostik objektiviert.
Kryptopyrrolurie (KPU) — Diskussionsthema
niedrigKPU ist ein in der Praxis viel diskutierter Begriff für eine vermutete Stoffwechsel-/Entgiftungsstörung, wird in der etablierten Veterinärmedizin jedoch NICHT als eigenständige, wissenschaftlich gesicherte Erkrankung anerkannt. Belastbare Studien fehlen; die zugeschriebenen Symptome sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben.
Lebererkrankung (Hepatopathie)
hochSammelbegriff für Leberfunktionsstörungen unterschiedlicher Ursache (Toxine, Infektion, Stoffwechsel). Die Leber hat hohe Regenerationskraft.
Mineralstoff-Imbalancen
niedrigNicht nur Mangel, sondern auch ein Ungleichgewicht der Mengen- und Spurenelemente (z. B. das Verhältnis von Kupfer zu Zink oder Calcium zu Phosphor) kann Haut, Horn, Muskulatur und Stoffwechsel beeinflussen. Da Heu regional stark schwankt, lassen sich Imbalancen am besten über Rations- und Blutanalyse einschätzen.
Niereninsuffizienz (akutes & chronisches Nierenversagen)
hochEingeschränkte Nierenfunktion, bei der harnpflichtige Stoffwechselprodukte im Blut ansteigen (Azotämie). Sie tritt akut auf — etwa nach starker Dehydratation, Schock, Toxinen oder Überdosierung von Schmerzmitteln — oder entwickelt sich chronisch und schleichend; beim Pferd ist sie insgesamt seltener als beim Kleintier.
PPID (Equines Cushing-Syndrom)
mittelFunktionsstörung der Hypophyse (Pars intermedia) mit Hormondysregulation, v. a. bei älteren Pferden. Erhöht u. a. das Hufrehe-Risiko.
Pyrrolizidinalkaloid-Leberschaden (Jakobskreuzkraut, Senecio u. a.)
hochChronische Leberschädigung durch Pyrrolizidinalkaloide (PA) aus Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut/Greiskraut (Senecio), Wasserdost oder Beinwell. Die Aufnahme erfolgt oft unbemerkt über Heu/Silage, in dem getrocknete Pflanzen ihren bitteren Geschmack verlieren; die Schädigung ist schleichend-kumulativ.
Übergewicht / Adipositas
niedrigÜbergewicht ist bei Freizeitpferden weit verbreitet und kein kosmetisches Thema: überschüssiges Körperfett ist stoffwechselaktiv und erhöht das Risiko für Insulindysregulation und Hufrehe. Der Body Condition Score (BCS) hilft, die Verfassung objektiv einzuschätzen.
Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.

