Krankheiten
Einstieg über Besitzerfragen

Mein Pferd bringt keine Leistung

Sport, Muskeln, Magen, Atemwege, Elektrolyte, Regeneration

Hinweis zur Verwendung

Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Passende Kategorien

Leistung & Sport

Keine Leistung, schlechte Regeneration, schnelle Müdigkeit, kein Muskelaufbau — Leistung ist mehr als Training.

Hufe & Bewegungsapparat

Lahmheit, schlechte Hufe, steifer Gang, Rückenprobleme — Bewegung ist das Zusammenspiel vieler Faktoren.

Atemwege

Husten, schlechte Luft, Staubempfindlichkeit — Atemwegsthemen hängen eng mit Haltung und Immunsystem zusammen.

Verdauung & Darm

Kotwasser, Durchfall, wiederkehrende Koliken, empfindliche Verdauung — der Darm ist ein zentrales System.

Erkrankungen mit Detailseite

Akuter Husten / akute Bronchitis (viral oder bakteriell)

mittel

Akuter Husten ist ein Symptom plötzlich auftretender Atemwegsreizung, häufig im Rahmen einer viralen oder bakteriellen Infektion der oberen und unteren Atemwege. Er kann harmlos und kurz sein, bei Fieber, Atemnot oder gestörtem Allgemeinbefinden aber auf eine ernstere Infektion hindeuten und ist im Stall oft ansteckend.

Anhidrose (Schweißlosigkeit / gestörte Thermoregulation)

mittel

Teilweiser oder vollständiger Verlust der Schweißfähigkeit, wodurch die wichtigste Kühlmöglichkeit des Pferdes wegfällt. Tritt vor allem in warm-feuchten Klimata auf und erhöht das Risiko für Überhitzung unter Belastung.

Arthrose (Osteoarthrose)

mittel

Degenerativer, fortschreitender Verschleiß des Gelenkknorpels mit Entzündungs- und Schmerzkomponente. Häufig bei älteren oder stark beanspruchten Pferden.

Belastungsinduziertes Lungenbluten (EIPH, Exercise-Induced Pulmonary Hemorrhage)

mittel

Bei EIPH treten unter hoher Belastung Blutungen aus kleinen Lungengefäßen in die Atemwege auf, ausgelöst durch sehr hohe Drücke in den Lungenkapillaren bei intensiver Arbeit. Es betrifft vor allem Renn- und Hochleistungspferde und bleibt häufig unbemerkt, da nur ein Teil der Pferde sichtbares Nasenbluten zeigt.

Belastungsrhabdomyolyse (Tying-up / Kreuzverschlag, RER)

hoch

Akuter belastungsbedingter Muskelfaserzerfall mit schmerzhafter Steifheit, meist kurz nach Trainingsbeginn. Freigesetztes Myoglobin kann den Harn dunkel färben und die Nieren belasten. Die rezidivierende Form (RER) ist eine Erregbarkeitsstörung der Muskelkontraktion und ist von der erblichen Glykogenspeicherstörung PSSM abzugrenzen.

Dorsalverlagerung des Gaumensegels (DDSP, Dorsal Displacement of the Soft Palate)

niedrig

Bei DDSP verlagert sich der hintere Rand des weichen Gaumensegels über den Kehldeckel und verlegt die Atemwege vorübergehend, vor allem bei schneller Arbeit. Typisch ist ein gurgelndes Atemgeräusch beim Ausatmen mit plötzlichem Leistungseinbruch; viele Pferde starten normal und brechen erst im hohen Tempo ein.

DSLD / ESPA (Degenerative Suspensory Ligament Desmitis)

mittel

Chronisch-fortschreitende Bindegewebsstörung, bei der sich krankhaft Proteoglykane in Sehnen, Bändern und weiteren Geweben einlagern (daher auch Equine Systemic Proteoglycan Accumulation, ESPA). Anders als ein einzelner Sehnenschaden ist DSLD systemisch und betrifft typischerweise den Fesselträger mehrerer Gliedmaßen. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf (u. a. Peruvian Paso), der genaue Erbgang ist jedoch nicht abschließend geklärt; DSLD ist nicht heilbar.

Durchfall (Diarrhoe)

mittel

Durchfall ist ein Symptom, kein eigenständiges Krankheitsbild, und reicht von harmlos-vorübergehend bis lebensbedrohlich. Akuter, wässriger Durchfall mit Fieber oder Apathie kann auf eine ernste Infektion hindeuten und zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.

Dysbiose / gestörtes Mikrobiom

niedrig

Dysbiose beschreibt ein aus dem Gleichgewicht geratenes Darmmikrobiom, etwa nach stärkereicher Fütterung, Antibiotika oder abrupten Rationswechseln. Ein stabiles Mikrobiom gilt als wichtig für Faserverdauung, Nährstoffversorgung und Immunlage; die Forschung dazu ist noch jung.

Elektrolytverlust & Thumps (synchrones Zwerchfellflattern, SDF)

hoch

Bei langer/intensiver Belastung — vor allem im Distanz- und Ausdauersport — gehen über den Schweiß große Mengen Elektrolyte (u. a. Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium) verloren. Sichtbares Zeichen einer schweren Verschiebung sind Thumps: ein synchron zum Herzschlag flatterndes Zwerchfell (synchrones Zwerchfellflattern, SDF).

Equines Asthma (RAO / COB)

mittel

Chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung durch Staub-/Schimmel-Allergene mit Bronchospasmus und vermehrtem Schleim.

Hitzschlag & belastungsbedingte Überhitzung

Notfall

Lebensbedrohlicher Wärmestau, wenn die Wärmeabgabe der Belastung und/oder Umgebungshitze nicht mehr standhält — oft kombiniert mit Dehydratation. Die Körpertemperatur steigt stark, ein Kreislaufkollaps ist möglich. Dies ist ein Notfall.

Hufabszess (Hufgeschwür)

hoch

Beim Hufabszess sammelt sich Eiter in den nicht dehnbaren Strukturen der Hufkapsel an und erzeugt schmerzhaften Druck — typischerweise eine plötzliche, oft hochgradige Lahmheit. So dramatisch das aussieht: Nach fachgerechtem Öffnen und Abfließen bessert sich der Zustand meist rasch.

Hufhornschwäche (brüchiges Horn)

niedrig

Schlechte Hornqualität mit brüchigem, splitterndem Horn und Problemen beim Beschlag. Wächst nur langsam (~6–9 mm/Monat) — Geduld nötig.

Hufrollenentzündung / Podotrochlose (Navicular Syndrome)

mittel

Podotrochlose ist ein chronischer Komplex von Veränderungen an Strahlbein, Schleimbeutel und tiefer Beugesehne im Hufrollenbereich, der häufig zu einer wechselnden Vorderhandlahmheit führt. Die Ursachen gelten als multifaktoriell (u. a. Belastung, Hufform, Biomechanik); das Syndrom ist meist nicht heilbar, aber über Management oft lange beeinflussbar.

HYPP (Hyperkaliämische periodische Paralyse, SCN4A)

hoch

Erbliche Funktionsstörung eines Natriumkanals der Skelettmuskulatur (SCN4A), die zu episodischer Muskelschwäche bis zur Lähmung führt. Die Anlage stammt aus der Quarter-Horse-Hengstlinie Impressive und wird autosomal-dominant vererbt, sodass auch heterozygote (N/H) Pferde Symptome zeigen können. Ein hoher Kaliumgehalt im Futter ist ein zentraler Auslöser von Episoden.

Kehlkopfpfeifen / Recurrent Laryngeal Neuropathy (Roaring)

mittel

Beim Kehlkopfpfeifen ist die Nervenversorgung der Kehlkopfmuskulatur — meist linksseitig — gestört, sodass sich ein Stimmlippenknorpel beim Einatmen nicht ausreichend öffnet. Das verengt die Atemwege unter Belastung und erzeugt das typische pfeifende Atemgeräusch; vor allem große Pferde sind betroffen.

Kissing Spines (Dornfortsatz-Engstand / ORDSP)

mittel

Bei Kissing Spines liegen die Dornfortsätze benachbarter Brust-/Lendenwirbel zu eng beieinander oder berühren sich, was zu Reizung und Rückenschmerz führen kann. Wichtig: Ein Röntgenbefund allein bedeutet nicht zwingend Beschwerden — entscheidend ist das Gesamtbild aus Bildgebung und klinischen Zeichen.

Kolik-Risiko (Prävention)

niedrig

Kolik ist ein Notfall mit vielen Ursachen — ein erheblicher Teil der Risikofaktoren liegt im Fütterungs- und Haltungsmanagement und ist steuerbar.

Kotwasser (Free Fecal Water Syndrome / FFWS)

niedrig

Beim Kotwasser wird zusätzlich zum geformten Kot freie, oft braune Flüssigkeit abgesetzt, die Schweif und Hinterhand verschmutzt. Die Ursachen gelten als multifaktoriell und sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt; das Allgemeinbefinden ist meist ungestört.

Magengeschwüre (EGUS)

mittel

Schädigung der Magenschleimhaut durch Säurebelastung, Fresspausen, Stress und stärkereiche Rationen. Sehr verbreitet bei Sportpferden.

Muskelfaserriss / Muskelzerrung (akute Sportverletzung)

mittel

Akute Überdehnung oder ein Einriss von Muskelfasern, meist durch plötzliche Spitzenbelastung, Fehltritt oder unzureichendes Aufwärmen. Anders als beim Kreuzverschlag ist die Schädigung lokal begrenzt; entscheidend ist eine korrekte Diagnose und kontrollierte Heilung.

Nervosität & Stress

niedrig

Erhöhte Schreckhaftigkeit/innere Unruhe — oft multifaktoriell (Haltung, Management, Mangel, Schmerz). Verhaltensursachen zuerst ausschließen.

Pleuropneumonie / Reisefieber (Shipping Fever)

Notfall

Die Pleuropneumonie ist eine schwere bakterielle Infektion von Lunge und Brustfell (Pleura), bei der sich Entzündung und Flüssigkeit/Eiter im Brustraum ansammeln. Sie tritt häufig nach langen Transporten mit fixiertem, erhöhtem Kopf auf (Reisefieber) und ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die rasch tierärztlich behandelt werden muss.

PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie)

mittel

Erblich bedingte Muskelstoffwechsel-Störung mit krankhafter Glykogen-Speicherung; äußert sich in belastungsabhängigen Muskelproblemen (Kreuzverschlag).

Sandkolik (Sandanschoppung / Sand Enteropathy)

Notfall

Bei der Sandkolik sammelt sich aufgenommener Sand im Dickdarm an und kann zu Reizung, Durchfall, Verstopfung oder einer schmerzhaften Kolik führen. Eine akute Kolik ist immer ein tierärztlicher NOTFALL — Sandanschoppungen können lebensbedrohlich werden.

Schlundverstopfung (Choke / Ösophagusobstruktion)

Notfall

Bei der Schlundverstopfung verlegt ein Futterballen oder Fremdkörper die Speiseröhre, sodass Futter und Speichel nicht abgeschluckt werden können. Anders als beim Menschen ist die Atmung dabei meist frei — dennoch ist Choke ein akuter tierärztlicher NOTFALL.

Sehnen- & Bänderschaden (Tendinitis / Desmitis)

hoch

Schädigung von Sehnen (z. B. oberflächliche/tiefe Beugesehne) oder Bändern (z. B. Fesselträger) durch Überlastung oder akutes Trauma. Sehnengewebe heilt langsam und vernarbt mit minderwertigerem, weniger elastischem Ersatzgewebe — Rückfälle sind häufig, weshalb eine konsequente, kontrollierte Rehabilitation entscheidend ist.

Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

mittel

Bei der Sinusitis entzünden sich eine oder mehrere der luftgefüllten Nasennebenhöhlen, oft mit Ansammlung von Sekret oder Eiter. Sie entsteht primär nach Atemwegsinfekten oder sekundär durch erkrankte Backenzahnwurzeln, deren Spitzen bis in die Kieferhöhle reichen.

Spat (Tarsalgelenk-Arthrose / Bone Spavin)

niedrig

Spat ist eine fortschreitende, degenerative Arthrose der kleinen, straffen Sprunggelenke (untere Tarsalgelenke). Im Verlauf können die betroffenen Gelenkflächen knöchern verschmelzen, was die Lahmheit langfristig oft wieder verringert. Spat entwickelt sich meist schleichend und betrifft häufig ältere oder über Jahre stark beanspruchte Pferde.

Strahlfäule (Thrush)

niedrig

Strahlfäule ist ein bakterieller (oft anaerober) Zersetzungsprozess des Strahlhorns, der vor allem in feuchtem, schmutzigem Milieu und bei mangelnder Hufhygiene entsteht. Erkennbar ist sie an schwarzem, schmierigem Belag und fauligem Geruch in den Strahlfurchen; bei oberflächlichem Befall ist sie meist gut über Management beherrschbar.

Übertrainingssyndrom (chronischer Leistungsabfall)

niedrig

Anhaltendes Missverhältnis von Belastung und Erholung, das zu nachlassender Leistung, schlechter Regeneration und verändertem Verhalten führt. Es ist eine Ausschlussdiagnose — andere Erkrankungen (Schmerz, Magen, Atemwege, Stoffwechsel) müssen zuerst abgeklärt werden.

Wurmbefall / Darmparasiten (Endoparasiten)

mittel

Pferde tragen praktisch immer einen gewissen Wurmbesatz; problematisch wird erst ein hoher oder schädigender Befall (u. a. kleine Strongyliden, Spulwürmer, Bandwürmer). Hoher Befall kann Verdauungsstörungen, Abmagerung und ein erhöhtes Kolikrisiko verursachen — zunehmende Wurmmittel-Resistenzen machen ein gesteuertes Vorgehen wichtig.

Zwergwuchs / Dwarfism (Friese, B4GALT7)

hoch

Erbliche Skelett-/Bindegewebsstörung des Friesen durch eine Mutation im B4GALT7-Gen (gestörter Aufbau von Proteoglykanen der Knorpel-/Bindegewebsmatrix), autosomal-rezessiv vererbt. Betroffene Fohlen zeigen verkürzte Gliedmaßen bei relativ normaler Rumpf-/Kopfgröße sowie überstreckbare Gelenke. Nur homozygote Tiere sind betroffen; Anlageträger sind unauffällig.

Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.