Wirkstoff-Profile
Phytotherapie

Wermut

Artemisia absinthium

Wirkmechanismus

Wermutkraut (Artemisia absinthium) enthält stark bittere Sesquiterpenlactone (u.a. Absinthin) sowie ein ätherisches Öl mit Thujon. Über die Bitterstoffe wird traditionell Appetit und Verdauungssekretion angeregt; die EMA/HMPC führt Wermut als traditionelles pflanzliches Mittel bei vorübergehender Appetitlosigkeit und leichten Magen-Darm-Beschwerden, ausdrücklich nur kurzzeitig. Sicherheitskritisch ist das Thujon: Es moduliert den GABA-gesteuerten Chlorid-Kanal und wirkt in höheren Dosen neurotoxisch (dosisabhängig bis zu Krämpfen). Die EMA begrenzt die Thujon-Aufnahme und empfiehlt thujonarme Chemotypen sowie eine maximale Anwendungsdauer von rund zwei Wochen. Kontrollierte equine Studien fehlen.

Vorsicht

  • · Enthält Thujon (neurotoxisch in höheren Dosen) — nur kurzzeitig und niedrig dosiert anwenden
  • · NICHT in Trächtigkeit und Laktation anwenden
  • · Thujonarme Chemotypen bevorzugen; Anwendungsdauer auf wenige Wochen begrenzen
  • · Nicht zur Dauergabe geeignet

Quellen

EMA/HMPC Absinthii herbaEMA/HMPC — Wermut-Assessment-Report (Artemisia absinthium L., herba), inkl. Thujon-Bewertung
PMID:23000274Lachenmeier & Uebelacker 2012 (Regul Toxicol Pharmacol) — Toxikologische Bewertung Thujon
ESCOPESCOP/Tradition — Absinthii herba als Bittermittel

Hinweis zur Verwendung

Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.
Xenophon · Peri Hippikes (um 365 v. Chr.)

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