Wirkstoff-Profile
Phytotherapie

Weideblätter

Salix spp. · Weidenblätter (Salix)

Wirkmechanismus

Salix-Arten enthalten in Blatt und Rinde Salicin und verwandte Salicylate; die Darmflora setzt Salicin zu Salicylsäure um, die aspirinähnlich (COX-Hemmung) wirkt. Beim Pferd ist Salicylsäure ein natürlicher Futterbestandteil aus Pflanzen; nach oraler Acetylsalicylsäure-Gabe wurden Plasma- und Urinverläufe charakterisiert und in Bezug zu den FEI-Schwellenwerten (Plasma 6,5 ug/mL, Urin 750 ug/mL) gesetzt (Buntenkötter et al. 2017, DOI 10.1186/s12917-017-0955-1). Für Weidenrinde liegen Tierdaten aus anderen Spezies vor (z. B. Effekt auf Prostaglandin E2 bei Kälbern: PMC9623693); kontrollierte Wirksamkeitsstudien zum Blatt-Browsing beim Pferd fehlen. Diätetische Mengen unterschreiten den FEI-Schwellenwert meist, können aber turniernah relevant werden.

Vorsicht

  • · Salicin -> Salicylsäure: FEI-Schwellenwert (Plasma 6,5 ug/mL, Urin 750 ug/mL) - Karenz beachten.
  • · Nicht mit weiteren Salicylat-Quellen (Pappel, Mädesüß, Luzerne) kumulieren.
  • · Bei Magenempfindlichkeit oder NSAID-ähnlichen Kontraindikationen zurückhaltend.
  • · Verwechslungssicher bestimmen (Abgrenzung zu Eibe, Bergahorn/Hypoglycin A, Robinie, Eiche).

Quellen

DOI 10.1186/s12917-017-0955-1Buntenkötter et al. 2017 - Pharmacokinetics and in vitro efficacy of salicylic acid after oral administration of acetylsalicylic acid in horses, BMC Veterinary Research
PMC96236932022 - Effects of oral white willow bark (Salix alba) and intravenous flunixin meglumine on prostaglandin E2 in healthy dairy calves, PMC

Hinweis zur Verwendung

Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.
Xenophon · Peri Hippikes (um 365 v. Chr.)

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