Prolin
Pro · L-Prolin · Hydroxyprolin-Vorstufe
Wirkmechanismus
Prolin ist beim Pferd nicht-essenziell und wird endogen gebildet (Mok & Urschel 2020, Asian-Australas J Anim Sci, PMID 32164055). Seine ringfoermige Struktur erzwingt die charakteristische Tripelhelix des Kollagens; nach dem Einbau wird ein Teil enzymatisch zu Hydroxyprolin umgewandelt, das die Helix stabilisiert. Prolin, Glycin und Hydroxyprolin machen zusammen rund 57 % der Kollagen-Aminosaeuren aus (Li & Wu 2018, Amino Acids, PMID 28929384). Li & Wu argumentieren, dass die endogene Prolin-Synthese bei schnellem Wachstum oder hohem Bindegewebsumsatz konditionell limitierend werden koennte, weshalb Prolin als 'konditionell essenziell' diskutiert wird. Diese Ueberlegungen stammen ueberwiegend aus Modell- und Nutztierdaten (v. a. Schwein/Gefluegel); kontrollierte Studien, die einen Nutzen einer Prolin-Supplementierung fuer Sehnen, Knorpel oder Hautgesundheit beim Pferd belegen, existieren nicht. Eine gezielte Zufuhr ist daher nicht evidenzbasiert; equine Dosis-Wirkungs-Daten fehlen.
Vorsicht
- · Nicht-essenziell: bei ausgewogener Ration keine gezielte Zufuhr noetig
- · Kollagen-/Bindegewebsnutzen beim Pferd nicht durch kontrollierte Studien belegt
- · Kein Ersatz fuer bedarfsgerechte Protein-, Kupfer-, Zink- und Vitamin-C-Versorgung im Bindegewebsstoffwechsel
Quellen
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
“Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.”
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