Mannan-Oligosaccharide (MOS)
MOS · Hefe-Mannan-Oligosaccharide · Saccharomyces-cerevisiae-Zellwand
Wirkmechanismus
MOS sind mannosereiche Oligosaccharide aus Hefezellwaenden. Der Hauptmechanismus ist kein klassisches Fermentations-Praebiotikum, sondern die Bindung von Pathogenen mit Typ-1-Fimbrien (mannosespezifische Lektine, z.B. bestimmte E. coli/Salmonella), die dadurch weniger an die Darmschleimhaut adhaerieren; zusaetzlich werden immunmodulatorische Effekte diskutiert. Diese Wirkprinzipien sind vor allem bei Gefluegel und Schwein belegt; die equine Evidenz ist begrenzt und stammt teils aus Hochschul-/Kongressarbeiten (z.B. Spearman 2004, University of Florida: MOS-Supplementierung bei Stuten/Fohlen mit Hinweisen auf hoehere Kolostrum-/Milch-Immunglobuline und weniger Fohlendurchfall). Ein equiner Review betont, dass die klinische Wirksamkeit von Pro-/Praebiotika beim Pferd insgesamt nur begrenzt belegt ist (Schoster et al. 2014, PMID 25231539). MOS gilt als gut vertraeglich (kaum fermentierbar, daher kein Uebersaeuerungsrisiko wie bei FOS), der Nutzen ist jedoch equin nicht robust nachgewiesen - Aussagen betreffen die Darmmilieu-/Immununterstuetzung in der Anwendung, keinen Heilanspruch.
Vorsicht
- · Equine Evidenz begrenzt (v.a. Extrapolation aus Gefluegel/Schwein, wenige Pferdestudien) - kein Heilmittel
- · Wirkung ist Pathogen-Bindung, kein klassisches Fermentations-Praebiotikum - Erwartungen entsprechend einordnen
- · Kein Ersatz fuer tieraerztliche Behandlung bei Durchfall/Infekt
- · Produkt-/Chargenqualitaet (Mannananteil) variiert
Quellen
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
“Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.”
Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.

