Mais
Zea mays · Kukuruz · Corn · Maize
Wirkmechanismus
Maisstaerke hat roh/ganz gefuettert eine niedrige praezaekale Verdaulichkeit, weil die Staerkegranula in eine Proteinmatrix eingebettet sind. Unverdaute Staerke, die den Dickdarm erreicht, wird dort rasch zu Laktat fermentiert; pH-Abfall, Laktatazidose und eine gestoerte Mikrobiota erhoehen das Risiko fuer Kolik und Hufrehe (Richards et al. 2006, Aust Vet J 84:402, PMID 17092327 - Getreidefuetterung und Dickdarmazidose beim Rennpferd). Thermischer bzw. hydrothermaler Aufschluss (Dampfflocken, Extrudieren, Micronisieren) gelatiniert die Staerke und steigert speziell bei Mais die praezaekale Staerkeverdaulichkeit deutlich (Julliand, de Fombelle & Varloud 2006 - Starch digestion in horses: the impact of feed processing, Livestock Science 100:44). Varasteh et al. 2023 (J Equine Vet Sci, DOI 10.1016/j.jevs.2023.104982) zeigten, dass micronisierter Flockenmais im Vergleich zu gemahlenem Mais hoehere postprandiale Blutglukose bewirkt und dessen In-vitro-Fermentationsrueckstaende rund 38,6 % langsamer im Dickdarm fermentieren - die Verdauung verlagert sich also in den Vorderdarm, die glykaemische Antwort steigt aber. Praxisregel: Staerke pro Mahlzeit begrenzen, aufgeschlossenen Mais fuettern, Mahlzeiten aufteilen, Raufutter zuerst.
Vorsicht
- · Staerkeueberlauf in den Dickdarm: Azidose-, Kolik- und Hufrehe-Risiko
- · Hoher glykaemischer Index (ungeeignet fuer EMS/PSSM/Cushing/PPID)
- · Ganzer oder roher Mais ist schlecht verdaulich
- · Mahlzeitengroesse (Staerke/kg KG) strikt begrenzen
Quellen
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
“Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.”
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