Fructooligosaccharide (FOS)
Oligofruktose · Inulin-Typ-Fruktane (kurzkettig) · scFOS · FOS
Wirkmechanismus
FOS bzw. kurzkettige Fruktane entgehen der koerpereigenen Verdauung und werden erst im Dickdarm fermentiert. In moderater Dosis wirken sie praebiotisch: in einer equinen Studie verbesserte kurzkettiges scFOS die Insulinsensitivitaet adipoeser Pferde (Respondek et al. 2011, PMID 20870952); in einer weiteren equinen Studie senkte FOS (mit/ohne E. faecium) den Kot-pH und modulierte Blutlipide/IgM ohne Verdaulichkeitsverlust (Saeidi et al. 2021, PMID 33781429). Entscheidend ist die Dosis-Kehrseite: grosse, schnell fermentierbare Fruktan-/Oligofruktose-Boli sind das etablierte experimentelle Modell der equinen Hufrehe - eine explosive Vermehrung von Streptokokken des S. bovis/equinus-Komplexes, Laktatanflutung und ein Absturz des Dickdarm-pH gehen der Rehe unmittelbar voraus (Milinovich et al. 2006, PMID 16623745). Deshalb ist bei rehe-/EMS-gefaehrdeten, fruktanempfindlichen Pferden mit sensiblem Dickdarm Zurueckhaltung geboten: praebiotischer Nutzen nur in kleinen, eingeschlichenen Mengen, nie als grosse Einzelgabe - daher safety=yellow.
Vorsicht
- · Dosisabhaengig kritisch: grosse Fruktan-/Oligofruktose-Lasten sind ein Hufrehe-Ausloeser (Modellsubstanz) - bei EMS/Rehe/fruktanempfindlichen Pferden zurueckhaltend
- · Zu schnelle/hohe Gaben fuehren zu Dickdarm-Uebersaeuerung, Dysbiose, Kotwasser/Durchfall
- · Immer einschleichen, nicht als Einzelbolus
- · Nutzen und Risiko sind zwei Seiten derselben Fermentierbarkeit
Quellen
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
“Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.”
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