Wirkstoff-Profile
Phytotherapie

Cranberry

Vaccinium macrocarpon

Wirkmechanismus

Cranberry-Früchte enthalten Proanthocyanidine mit A-Typ-Bindung (PAC), denen in vitro und in der Humanforschung eine Hemmung der Bakterienadhäsion (u. a. P-fimbriierte E. coli) an das Urothel zugeschrieben wird. Daraus leitet sich die traditionelle Anwendung im Bereich der Harnwege ab. Beim Pferd ist die Evidenz dünn: kontrollierte equine Studien zu Harnwegs-Endpunkten fehlen, und die Übertragbarkeit der humanen Anti-Adhäsions-Daten ist nicht belegt. Zu beachten ist der relevante Zucker-/Fruchtgehalt der Beere.

Vorsicht

  • · Zucker-/Fruktangehalt beachten — bei EMS, PPID/Cushing oder Hufrehe-Neigung meiden
  • · Kein Ersatz für tierärztliche Abklärung bei Harnwegssymptomatik
  • · Standardisierten Extrakt bevorzugen; equine Wirksamkeit nicht belegt

Quellen

PMID:16055161Howell et al. 2005 (Phytochemistry) — A-Typ-Proanthocyanidine und Anti-Adhäsion uropathogener Bakterien
PMID:28635280Peron et al. 2017 (J Agric Food Chem) — Antiadhäsive Aktivität & Metabolomik nach Cranberry-Gabe (Rattenmodell)
Futtermittel-VO 767/2009VO (EG) 767/2009 — Deklaration als Ergänzungsfuttermittel

Hinweis zur Verwendung

Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.
Xenophon · Peri Hippikes (um 365 v. Chr.)

Equiterna ist eine Vermittlungsplattform für Pferde-Wissen, -Marktplatz und -Werkzeuge — kein Tierarzneimittel-Händler, keine Tierarzt-Praxis, keine Apotheke. Angaben zu Wirkstoffen sind studienattribuiert und ohne Heilversprechen. Rechtsrahmen: VO (EU) 2019/6 / TAMG (DE/AT), Futtermittel-VO (EG) 767/2009, FEI-Verbotsliste, HWG.