Algenkalk
Lithothamnium calcareum · Calcified seaweed · Rotalgenkalk · Meeresalgenkalk · Maerl
Wirkmechanismus
Algenkalk ist das poroese, Calcium- und Magnesiumkarbonat-reiche Skelett der Rotalge Lithothamnium calcareum (Maerl). Funktionell ist er im Kern eine langsam loesliche Calciumquelle mit ausgepraegter Saeurepufferkapazitaet. Beim Pferd senkte ein algenbasiertes Calcium-Supplement den Magensaft-pH messbar (Pufferung signifikant etwa 2 h nach Aufnahme, teils bis 4 h; PMID 33276919) - relevant im Kontext Magen-/Dickdarm-Azidose. Bei Wiederkaeuern ist die Pufferwirkung gut belegt: kalzifizierte Meeresalgen stabilisierten den Pansen-pH staerker als Natriumbicarbonat (Cruywagen et al. 2015, PMID 26026755). Fuer das Pferd ist Algenkalk somit v. a. als bioverfuegbare Ca-Quelle und Puffer einzuordnen; fuer die Pufferfunktion liegt moderate Evidenz vor. Anders als Tonminerale adsorbiert er nicht unspezifisch, ist aber Teil der Mineralbilanz.
Vorsicht
- · Relevante Calciumzufuhr - in die Gesamt-Mineralbilanz einrechnen (Ca:P-Verhaeltnis), Doppelversorgung mit Mineralfutter vermeiden.
- · Marine Herkunft: auf Jod- und Schwermetallgehalt achten (deklarierte Qualitaet).
- · Puffer, keine ursaechliche Ulkustherapie - bei Verdacht auf Magengeschwuere tieraerztliche Abklaerung.
Quellen
Hinweis zur Verwendung
Diese Inhalte dienen der Information und Bildung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitsanzeichen konsultiere eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
“Was unter Zwang geschieht, ist nicht edel.”
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